Lebensversicherung in rotem 'Gewand: Mario Worms (vorne) und Noah Eggemann (links) haben 24 der bisher 30 Westfalia-Saisontore geschossen.    Fotos: fw
Lebensversicherung in rotem 'Gewand: Mario Worms (vorne) und Noah Eggemann (links) haben 24 der bisher 30 Westfalia-Saisontore geschossen.    Fotos: fw

Fußball: Westfalia Osterwick steckt viele personelle Nackenschläge weg

Allgemeine Zeitung Von Frank Wittenberg OSTERWICK. In der Kabine verfügen sie über reichlich Platz. Eng zusammenrücken müssen sie jedenfalls selten, gibt Tobias Paschert zu. „Wir hatten von Beginn an einen kleinen Kader, dann kamen die Langzeitverletzten hinzu", zuckt er mit den Schultern. Also ist es oft ein Häuflein der Aufrechten, das Westfalia Osterwick Sonntag für Sonntag ins Rennen um Bezirksliga-Punkte schicken kann - umso höher zu bewerten sei die Zwischenbilanz mit 23 Punkten aus 14 Begegnungen, urteilt der Spielertrainer, der gemeinsam mit Mario Worms die Verantwortung trägt.

18 plus - zwei lautete die Formel im Sommer. 18 Feldspieler und zwei Torhüter. Nicht zu üppig, und dann hagelte es auch noch Hiobsbotschaften. Luis Lammers kämpft nach wie vor mit Hüftproblemen und hat noch keinen Einsatz verzeichnet. Die Hoffnung, dass Hannes Grams nach seiner langwierigen Knieverletzung zurückkehrt, ist sogar endgültig zerplatzt. „Er hat jetzt mitgeteilt, dass er komplett aufhören muss", bedauert Paschert. Ein Knorpelschaden lasse da keine andere Wahl.

„Nervenkitzel brauche ich eigentlich nicht - aber vermutlich wird es wieder bis zum Ende spannend bleiben."
Tobias Paschert hätte vor seinem Abschied im Sommer nichts gegen einen frühzeitigen Klassenerhalt einzuwenden

Dann sind da Luka Patte (Kreuzbandriss ) und Timo Grabowsky (Fersensporn), die sich in der Vorbereitung verletzt und so noch keine einzige Minute gespielt haben. An Spieltag vier gesellte sich mit Leon Eggemann ein weiterer Kniepatient hinzu. Während für Patte und Eggemann wohl die komplette Saison gelaufen ist, hegt das Trainerduo bei „Grabo" berechtigte Hoffnungen. „Er hat noch einmal eine Strahlentherapie absolviert und könnte in Kürze wieder ins Training einsteigen", zeigt sich Paschert optimistisch, dass der Stratege in der Rückrunde wieder einzuplanen ist.

Ohne ihn läuft nichts: Timon Schüer (am Ball) stand für die Westfalia in allen Mannschaftsspielen über die volle Distanz auf dem Platz
Ohne ihn läuft nichts: Timon Schüer (am Ball) stand für die Westfalia in allen Mannschaftsspielen über die volle Distanz auf dem Platz

All die Nackenschläge haben sie weggesteckt und mit einem Mini-Kader von 14 Spielern, die regelmäßig auf dem Feld stehen, viele gute Partien hingelegt. Mal abgesehen von einer rabenschwarzen Phase, als es gegen RSV Borken (1:5), SpVgg Vreden II (1:6)    und
TSV Raesfeld (2:4) drei Niederlagen in Folge mit satten 15 Gegentoren hagelte. Sie können auch anders, das haben die Osterwicker in den letzten drei Spielen vor der Winterpause bewiesen. als sie gegen ASC Schöppingen, SV Gescher und VfL Ramsdorf drei Last-Minute-Siege feierten.

Die katapultierten die Westfalia auf Rang sieben, wobei Tobias Paschert die reine Platzierung für kaum aussagekräftig hält. „In der Liga ist ja alles so eng zusammen, da lohnt ein Blick auf die Tabelle kaum", schüttelt er den Kopf. Dass sie mit zwei Siegen in den beiden Nachholspielen gegen SF Merfeld und SuS Stadtlohn sogar mit dem Tabellenzweiten TSV Raesfeld gleichziehen könnten, will er ebenso nicht ins Visier nehmen.

Viel wird davon abhängen, wie der Start 2024 gelingt. Auf dem Papier sind die Voraussetzungen gut: Auftakt gegen SV Heek (18. Februar), Nachholspiel gegen SF Merfeld (21. Februar), dann gegen SG Coesfeld 06 (25. Februar) - drei Heimspiele binnen acht Tagen. „Wenn wir da gut reinkommen, sind wir auf einem sehr guten Weg", hofft Paschert auf einen goldenen Februar, der dafür sorgen könnte, dass das Westfalia-Urgestein sein letztes Halbjahr als Trainer bei seinem Heimatverein halbwegs entspannt angehen könnte, bevor er die Verantwortung im Sommer weiterreicht. Lukas Große-Puppendahl wird dann an der Seite von Mario Worrn übernehmen.

Ob es stressig wird oder nicht, das liegt in großen Teilen auch an Worms selbst und seinen Sturmpartner Noah Eggemann. Sie sind alleine für 24 der bisher 30 Westfalia-Treffer verantwortlich - und sollten also tunlichst in Watte gepackt werden. „Natürlich hätten wir die, Tore gerne mehr verteilt, aber auch das hat mit den Verletzungen zu tun", sagt Tobias Paschert, der allerdings volles Vertrauen in seine Knipser setzt: „Die beiden Jungs sind zäh, da mache ich mir keine Sorgen." „Wir haben unter anderem den SC Reken geschlagen. Das zeigt, dass alles möglich ist."

Westfalia Osterwick

Zahlen und Fakten aus der Hinrunde des Bezirksligisten Westfalia Osterwick:

  •   Bilanz: 14 Spiele, 23 Punkte, 30:33 Tore, Platz sieben.
  •  Bester Torschütze: Wo Mario Worms ist, da ist oben. Zumindest trifft das grundsätzlich auf die Torjägerliste zu, denn mit 14 Treffern in 14 Spielen liegt er nicht nur bei der Westfalia vorne, sondern in der gesamten Bezirksliga. Noah Eggemann hat bisher zehn Tore geschossen.
  • Der Dauerbrenner: Auf die volle Ausbeute bringt es Timon Schüer, der in dieser Saison noch keine einzige Minuten verpasst hat. Ganz nah dran ist Noah Eggemann, der nur in zwei Partien jeweils in der 89. Minute ausgewechselt wurde.
  • Kader: In der Kategorie sind Tobias Paschert und Mario Worms sehr sparsam unterwegs, denn bisher haben sie nur 20 verschiedene Spieler eingesetzt, darunter zwei Torhüter.
  • Torquote: Offensiv weiß die Westfalia wie immer zu überzeugen. 30 Treffer in 14 Spielen entsprechen einem Schnitt von 2,15 pro Partie.
    ►    Defensive: Traditionell nicht immer die Stärke der Osterwicker. 33 Gegentreffer (Schnitt 2,35) - da haben nur vier Mannschaften in der Liga bisher mehr kassiert.
    ►    Kartenspiele: Als ruppig ist die Westfalia nicht bekannt, die mit 26 Gelben Karten ausgekommen ist und ohne jeden Platzverweis.
    ►    Die Besonderheit: Kleiner Kader, große Verlässlichkeit. Mit lediglich 20 eingesetzten Spielern, darunter sechs mit fünf oder weniger Einsätzen, sind die Osterwicker rekordverdächtig unterwegs. Ein halbes Dutzend Kicker stand in jeder Partie auf dem Platz: Timon Schüer, Noah Eggemann, Timo Fedders, Lars Knipper, Simon Werschmöller und Florian Richters.

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