Die Zuverlässigkeit in Person: Westfalia-Kapitän Lars Knipper ist Führungsspieler und hat in der Hinrunde die meisten Einsatzminuten gesammelt.	Fotos: fw
Die Zuverlässigkeit in Person: Westfalia-Kapitän Lars Knipper ist Führungsspieler und hat in der Hinrunde die meisten Einsatzminuten gesammelt. Fotos: fw

Fußball:Westfalia Osterwick hat auf dem Weg in die Bezirksliga die halbe Strecke geschafft

Allgmeine Zeitung Von Frank Wittenberg OSTERWICK. Problem erkannt, Problem gebannt! Tobias Paschert und Mario Worms, die beiden Spielertrainer im Westfalia-Stadion, haben messerscharf analysiert, warum ihr Team in der Abbruchsaison der Konkurrenz und den eigenen Ansprüchen weit hinterher-gehechelt war. Im Kollektiv besser verteidigen, weniger Gegentore kassieren - nahezu in Perfektion umgesetzt von den Osterwickern, die so verdient auf Platz eins der Kreisliga A-Tabelle thronen. „Ich bin ja nicht schnell zufrieden", gibt Worms ehrlich zu. „Aber das war schon eine wirklich gute Hinrunde."

Wobei auch klar ist: Kaufen können sie sich davon (noch) nichts. „Wir haben eine hervorragende Ausgangsposition", sagt Paschert mit Blick auf die Tabelle, die einen Fünf-Punkte-Vorsprung auf den härtesten Verfolger Turo Darfeld und gar elf auf den Drittplatzierten SuS Legden ausweist. Vielleicht sogar „nur" fünf Punkte auf Turo, denn die Chance, auf acht Zähler wegzuziehen, haben sie mit dem 2:2-Unentschieden nach 2:0-Führung im direkten Duell kurz vor Weihnachten verspielt. „Das hat uns nur ganz kurz geärgert", versichert Worms. „Wir haben zwei Mal unentschieden gespielt und sonst alles gewonnen, da kann man doch nicht meckern."

„Wir wussten um unsere Baustellen und haben schon sehr gut daran gearbeitet."
Tobias Paschert freut sich über die deutliche Steigerung seiner Mannschaft.

Klar ist aber auch: Das wird noch ein weiter Weg, bis Platz eins und Bezirksliga-Aufstieg tatsächlich ins Ziel gebracht sind. „Es ist ja auch nicht so, dass wir die Gegner grundsätzlich an die Wand gespielt haben", denkt Tobias Paschert an einige enge Begegnungen, zum Beispiel beim 2:1 in Lette. „Aber wir haben uns das Glück auch erarbeitet."

„Eine gute Basis haben wir gelegt, aber da kommen noch einige schwere Spiele auf uns zu."
Mario Worms glaubt nicht an einen Selbstläufer zum Meistertitel.

Erarbeitet haben sie sich vor allem eine neue Stärke. Denn die Zahl der Gegentore haben die Osterwicker im Vergleich zur abgebrochenen Vorsaison mehr als halbiert. „Das ist sicher ein Schlüssel für den Berfolg", urteilt Mario Worms. Als gesamte Mannschaft besser verteidigen, in diesem Punkt wussten sie sich deutlich zu steigern. „Das muss schon ganz vorne anfangen." In der Tat haben sie den Gegnern das Toreschießen mächtig schwer gemacht - in nur zwei Spielen hat die Westfalia mehr als ein Gegentor kassiert. Und das waren prompt die einzigen Punktverluste beim 3:3 gegen Adler Buldern und dem besagten 2:2 bei Turo Darfeld.Wenn sie hinten dichthalten, ist das mehr als die halbe Miete zum Sieg. Denn vorne treffen sie immer, und das höchst konsequent. „Da haben wir einfach eine große Qualität", lobt Tobias Paschert sein Personal. „Auch aus dem Nichts sind wir immer für ein Tor gut." Luft nach oben gebe es freilich immer, sonst wären die beiden Spielertrainer, die im Sommer in ihr drittes gemeinsames Jahr bei der Westfalia gehen, überflüssig. 

„Wir wissen, dass es einige Spiele gab, die wir nur knapp gewonnen haben." Was neben der stabilen Defensive und der torhungrigen Offensive ohne Zweifel geholfen habe, sei das bessere Zusammenspiel aus Trainerteam und Mannschaft, fügt Mario Worms hinzu: „Das gegenseitige Vertrauen ist immer mehr gewachsen." Das helfe auch entscheidend auf dem Platz.

Die Rolle des Topfavoriten haben sie sich mit ihren vielen souveränen Auftritten in der Hinserie erarbeitet. Den beiden Trainern ist aber absolut bewusst, dass erst exakt die Hälfte der Strecke zurückgelegt ist - und die Rückrunde, die für die Osterwicker schon am Sonntag (6. 2.) mit dem vorgezogenen Spiel bei GW Hausdülmen beginnt, noch einige Unwägbarkeiten bereithalten wird. „Gerade in der Corona-Zeit ist ja die Frage, ob wir personell sauber durchkommen", sagt Worms. Und sie sind jeden Sonntag die Gejagten, denen jeder ein Bein stellen will. Die Westfalia nimmt die Herausforderung an, damit sie zum Start ins Jubiläumsjahr 2023 zum 100-jährigen Bestehen wieder in der Bezirksliga auflaufen darf.

)er Blick richtet sich nach oben — aber Noah Eggemann (rechts) weiß genau, dass noch viel Arbeit vor der Westfalia liegt.

Zahlen und Fakten aus der Hinrunde des A-Ligisten Westfalia Osterwick:

► Bilanz: 14 Spiele, 38 Punkte, 47:11 Tore, Platz eins.

► Bester Torschütze: 14 Tore in 14 Spiele, das ist die Ausbeute von Mario Worms, der damit auch die Liste der gesamten A-Liga anführt. Auf sieben Treffer kommt Noah Beggemann, Florian.Richters und Leon Eggemann haben je sechs Mal getroffen.

► Der Dauerbrenner; Der Kapitän geht voran und kommt auf die meisten Einsätze - Lars Knipper stand als einziger Westfalia-Akteur in jeder Partie auf dem Platz und hat 1192 von möglichen 1260 Minuten gespielt. Timon Schüer war im ersten Saisonspiel gesperrt, hat danach aber keine einzige Minute verpasst.

► Kader: Die Westfalia toppt selbst den personell gebeutelten Ortsrivalen Turo Darfeld, denn Tobias Paschert und Mario Worms mussten in der Hinrunde 27 verschiedene Spieler einsetzen.

► Torquote: 47 Tore in 14 Spielen entsprechen einem Durchschnitt von 3,35 und sind damit Liga-Spitzenwert.

► Defensive: Auch in dieser Kategorie liefert die Westfalia die Bestmarke. Elf Gegentore beziehungsweise 0,78 pro Spiel, das unterbietet keine Mannschaft.

► kartenspiele: Mit 23 Gelben Karten liegen die Osterwicker im Mittelfeld, haben aber noch keinen Platzverweis hinnehmen müssen.

► Die Besonderheit: Gejubelt werden darf immer noch nie in dieser Spielzeit ist die Westfalia ohne eigenen Treffer vom Platz gegangen, nicht einmal mit einem Tor geben sie sich zufrieden. In jedem der 14 Saisonspiele hat der Tabellenführer mindestens zwei Buden erzieft.