Fußball: Westfalia Osterwick verspielt gegen FSV Gescher eine 5:1-Führung zum 5:5-Endstand

logo-westlineWestline/Allgemeine Zeitung 23.07.07 -fw- Gescher/Osterwick.. "Katastrophal!" Benedikt "Ted" Herold blickte leicht ungläubig aus seinem weißen Hemd. "Heiner Brand hätte seine helle Freude gehabt." Dummerweise spielten der FSV Gescher und Westfalia Osterwick aber kein Handball, sondern Fußball, Und deshalb war das 5:5 ein Ergebnis , das die Zuschauer nur strahlen ließ - die Trainer aber an den Rand eines Nervenzusammenbruchs brachte.


Denn zufrieden waren sie beide nicht, Ted Herold ebenso wenig wie Jürgen Lindner. Letzterer hielt nach dem Abpfiff noch auf dem Platz eine Ansprache vor seinen Kadetten und versuchte zu ergründen, warum sich die Westfalia den Luxus erlaubt hatte, in den letzten 20 Minuten eine satte 5:1-Führung zu verspielen. "Wir haben völlig die Ordnung verloren", bilanzierte Lindner. "Die Jungs waren sich wohl zu sicher und haben ihre Positionen nicht mehr gehalten." Das habe der FSV eiskalt bestraft.

Unverständlich war der Einbruch für den Westfalia-Trainer, denn phasenweise habe seine Mannschaft ja gezeigt, wie es geht: "In der ersten halben Stunde war's gut, direkt nach der Pause auch." Geduldig warteten die defensiv sicher stehenden Osterwicker auf die Fehler des Gegners - und die kamen reihenweise. "Wir haben uns viel zu wenig bewegt", grantelte Herold. "Mit unseren vielen Fehlpässen haben wir die Osterwicker zu ihren Kontern eingeladen."

Die Führung für die Westfalia, die Daniel Richter in der 25. Minute nach Pass von Michael Kleine-Ossendorf erzielt hatte, glich Thomas Inhestern in der 41. Minute nach Zuspiel von von Markus Lammerding zwar aus, aber nur zwei Minuten später beendete Ingo Kerkhoff einen schnellen Spielzug über Daniel Richter und Christian Kerkering mit dem 2:1. Als Sekunden nach der Pause der eingewechselte Henning Poll mit seinem ersten Balkontakt ein Eigentor fabrizierte, als er eine Flanke von Daniel Richter vor Eike Nonhoff klären wollte, schien das Unheil für den FSV seinen Lauf zu nehmen. Eike Nonhoff und Ingo Kerkhoff erhöhten bis zur 67. Minute auf 5:1 - und dann stellten die Osterwicker das Spiel ein. Marco Beuker, Timon Paß und Peter Schlüter verkürzten binnen zehn Minuten auf 4:5, und Peter Schlüter gelang in der 88. Minute sogar der Ausgleich.

Die Aufholjagd war das Einzige, was Herold an diesem Nachmittag tröstlich stimmte. „Ansonsten fehlte die Einstellung", kritisierte er sein Personal. „Das war ein Warnschuss." Auf einen Lerneffekt setzte Herold ebenso wie sein Kollege Jürgen Lindner. „Daraus können wir nur lernen", erklärte der Westfalia-Trainer mit Blick auf den Saisonstart. „Heute darf das passieren, aber nicht mehr am 12. August."

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Eins von zehn Toren zwischen Westfalia Osterwick und dem FSV Gescher. Thomas Inhestern (rechts) tankt sich gegen Jens Frieling durch und erzielt das 1:1 für den FSV
Foto: -fw- Allgemeine Zeitung