Die Bezirksklasse Emsland/Bezirksliga 11 von 1970 bis heute - Zahlen und Geschichten

Allgemeine Zeitung Wer hätte geahnt, welcher Verein in den vergangenen 50 Bezirksliga-Jahren am erfolgreichsten abgeschnitten hat - und wer nur ein ganz kurzes Gastspiel geben durfte? Auf dieser Seite sind eine Reihe von Fakten und Anekdoten zusammengefasst, und das garniert mit einem Rückblick auf vier Meistermannschaften, die in verschiedenen Jahrzehnten den Sprung in die Landesliga geschafft haben.

Niemand hat im Vorfeld die Westfalia als Meister 1991 auf der Rechnung


OSTERWICK (fw). Niemand hat diesen Meister auf der Rechnung. Denn in neun Jahren Bezirksliga-Zugehörigkeit steht Platz fünf als beste Platzierung für Westfalia Osterwick zu Buche, in der Spielzeit 1989/90 ist es Rang sieben. Plötzlich aber startet das Team durch. „Wir hatten damals eine tolle Mannschaft", erinnert sich Thomas Schräder. „Und Rainer Urban war ein Ausnahmespieler."

 

Im Sommer 1989 kommt Urban von der SpVgg Erkenschwick ein Spielertrainer, der fast zehn Jahre Erfahrung in der höchsten deutschen Amateurklasse mitbringt. Und er revolutioniert den Fußball in Osterwick, lächelt Schräder: „Von da an haben wir im Training nur noch mit dem Ball gearbeitet." Alles andere als ein lockeres Kicken, versichert der damalige Westfalia-Kapitän: „Rainer konnte uns auch mit seinen Spielformen restlos fertig machen."

Aber die harte Arbeit zahlt sich aus. Die erstklassigen Osterwicker Spieler um Dieter „Mile" van Deenen erhalten weitere Verstärkung durch Herbert Kortüm, der als Libero vom Nachbarn Turo Darfeld kommt, und Peter Dünne, den Thomas Heming vom FSV Gescher zur Westfalia lotst. Diese Mannschaft mischt von Beginn an oben mit in der Bezirksliga, geht als Herbstmeister mit zwei Punkten Vorsprung auf Eintracht Ahaus in die Winterpause. Die Vorentscheidung fällt am 23. Spieltag. als sich die Osterwicker mit 3:2 beim Verfolger FC Epe durchsetzen und das Polster auf sechs Punkte ausbauen. „Danach waren wir nicht mehr aufzuhalten", erzählt Thomas Schräder. Bein 4:0 gegen den VfL Reken am drittletzten Spieltag ebnet den Weg und am 12. Mai 1991 macht die Westfalia mit dem 3:1 beim SuS Olfen nach Toren von Rainer Urban, Thomas Schräder und Georg Leifeld den größten Erfolg der Vereinsgeschichte perfekt: Landesliga-Aufstieg! „Die Bezirksliga-Aufstiege 1981 und 2015 nach Entscheidungsspielen sind da sicherlich noch einmal ganz andere Nummer", räumt der Kapitän ein. Trotzdem war das. eine Riesensache inklusive offizieller Meisterfeier im Haus Grüner.

In der Landesliga hält sich der Außenseiter zwei Jahre. Mit „Mile" van Deenen als Spielertrainer und Rainer Urban als Spieler schaffen die Osterwicker als Aufsteiger den respektablen neunten Rang, ehe sie in der Saison 1992/93 als Schlusslicht zurück in die Bezirksliga müssen auch der einstige Meistermacher Karl-Heinz Reimann kann das Steuer nicht mehr herumreißen. „Nur mit eigenen Leuten gegen die vielen bezahlten Truppen, in der Landesliga, das war eine Nummer zu groß", gibt Thomas Schräder zu. Doch mit dem Bezirksliga-Titel 1991 haben sie den Glanzpunkt in der Westfalia-Geschichte gesetzt.