Fußball: Marco Jedlicka gibt seine Erfahrungen gerne weiter

Allgemeine Zeitung OSTERWICK ( fw). Gesehen hat er eine Menge als Spieler und Trainer, aber die Nase voll von Fußball? Nein, nicht bei Marco Jedlicka. „Es macht mir immer noch riesig Spaß, jungen Spielern etwas mitzugeben", sagt der 51-Jährige. Deshalb ist er auch 21 Jahre nach seinem Einstieg bei Westfalia Osterwick immer noch im Trainergeschäft unterwegs, aktuell bei seinem Heimatverein, dem VfB Hüls, wo er im Team mit Elvir Saracevic arbeitet, dem Bruder des Merfelders Edin Saracevic. 

Bunt ist schon seine Karriere als Spieler, die beim VfB Hüls beginnt und ihn anschließend über den TSV Marl-Hüls und die SG Marl zu BW Wulfen führt, wo Willi „Ente" Lippens sein Trainer ist. Zurück beim VfB Hüls gelingt der Oberliga-Aufstieg, dann verschlägt es ihn zur TSG Dülmen, wo er unter Manni Wölpper binnen dreiJahren von der Landes- in die Oberliga aufsteigt. Drei Jahre spielt er anschließend für die SG Wattenscheid 09, verzichtet aber auf einen Profivertrag und wechselt zu Preußen Münster. Nach eineinhalb Jahre geht es erneut zurück zum VfB Hüls, wo er Oberliga-Meister wird.

Dann beginnt Teil zwei seiner Laufbahn: Bei Westfalia Osterwick steigt er ins Trainergeschäft ein, übernimmt anschließend Westfalia Gemen und ist dann fünf Jahre für den FC Epe verantwortlich. „Eine tolle Zeit, ähnlich wie in Osterwick", blickt Jedlicka zurück. Sein Gastspiel beim VfL Billerbeck währt nur ein halbes Jahr: „Das hat nicht gepasst, so etwas kann passieren." Anschließend trainiert er GW Nottuln, fungiert als Sportlicher Leiter beim TuS Haltern und heuert von 2011 bis Herbst 2014 bei der DJK Dülmen an. FC Marl und SF Wanne sind seine jüngsten Stationen, seit dem Sommer heißt seine Heimat wieder VfB Hüls.

Dort ist er übrigens in guter Gesellschaft: Zum Kader zählt auch sein Sohn Philipp, der gerade geboren war, als Marco Jedlicka bei Westfalia Osterwick die Schuhe schnürte. „In der Jugend hat er beim VfL Bochum gespielt", erzählt der Vater. „Jetzt studiert er Lehramt, da ist ihm der Aufwand zu groß geworden." Eigentlich wollte der Sprössling ganz aufhören, aber der Herr Papa hat ihn überzeugt, in Hüls anzupacken.

„Wahrscheinlich musst du den Jungs einen Reißverschluss ins Leibchen nähen." 

Marco Jedlicka ist gespannt, in welchem körperlichen Zustand die Fußballer aus der langen Pause kommen.

Da ist auch jede Unterstützung bitter nötig, denn die aktuelle Tabelle weist den VfL in der Bezirksliga-Staffel 14, in der auch die TSG Dülmen und SF Merfeld beheimatet sind, mit nur zwei Punkten aus sechs Spielen als Vorletzten aus. „Wir haben eine sehr junge Truppe", sagt der Trainer. „Wir sind eigentlich gut genug - leider passten die Ergebnisse nicht zur Leistung."

Ob sie noch auf dem Platz um den Klassenerhalt kicken werden? So recht mag Marco Jedlicka nicht daran glauben. „Wir müssen realistisch sein", schüttelt der 51-Jährige den Kopf. „Wir haben seit Oktober keinen einzigen Trainingstag gehabt." Und das Laufen sei nicht mit Fußball zu vergleichen - die Defizite ließen sich in vier Wochen niemals aufholen. „Wir sollten nicht mehr darüber reden", fordert er. „Viele Menschen leben durch Corona am Existenzminimum. Da sollten wir nicht schreien, dass wir unbedingt die Saison zu Ende spielen wollen."

Wobei natürlich auch der Vollblut-Fußballer Marco Jedlicka lieber heute als morgen auf den Trainingsplatz zurückkehren würde. Gerade die Arbeit mit den jungen Spielern, auf die sie in Hüls setzen, bietet einen großen Reiz. Das passt auch zu seinem Beruf: Einst war er Chemiefacharbeiter, mittlerweile ist er OGS-Gruppenleiter an einer Grundschule. „Das macht unheimlich Spaß", lächelt er. Bisweilen hilft Jedlicka noch in Fußballschulen aus - und liebäugelt damit, künftig im Bereich der Nachwuchsförderung noch aktiver zu werden: „Ich könnte mir auch vorstellen, ein Fördertraining in Vereinen anzubieten."