Neben Subunternehmen kaufen Westfalia-Mitglieder für unter Quarantäne stehende Westfleisch-Arbeiter ein

Allgemeine Zeitung von Leon Eggemann Rosendahl. Mittwochnachmittag, 15 Uhr an der Osterwicker Hauptstraße. Es herrscht wenig Betrieb. Ein Sicherheitsmann eines Bewachungsunternehmens hält mit seinem Kollegen die Stellung. Ihre Aufgabe: Im Auftrag der Gemeinde aufpassen, dass die unter Quarantäne stehenden Westfleisch-Mitarbeiter in ihren Unterkünften bleiben. „Hier ist alles ruhig“, erklären sie. „Ich war bisher dreimal hier und dreimal ist nichts passiert“, ergänzt einer der beiden Sicherheitskräfte. 

 

Nachdem das Coronavirus bei dem Coesfelder Schlacht- und Zerlegebetrieb Westfleisch ausgebrochen war, stehen die betroffenen Mitarbeiter unter Quarantäne – auch in Rosendahl. Sie dürfen dementsprechend auch nicht ihre Unterkunft verlassen, um sich mit Lebensmitteln zu versorgen. Das übernehmen die Subunternehmer von Westfleisch, über die die Mitarbeiter angestellt sind, wie Bürgermeister Christoph Gottheil erläuterte (wir berichteten).

Größtenteils zumindest – denn in einem Fall in Osterwick steht der Subunternehmer inklusive seinem Verwaltungspersonal ebenfalls unter Quarantäne. „Hier wird die Versorgung mit Ehrenamtlichen von Westfalia Osterwick geregelt“, informiert Martin Stauvermann vom Fachbereich Ordnung und Soziales auf Nachfrage der AZ. Koordinator für die Tätigung der Einkäufe ist Gemeinde-Mitarbeiter Steffen Sicking, selbst aktiv für den Osterwicker Sportverein. „Der Bürgermeister hat mich gefragt, ob die Westfalia-Ehrenamtlichen noch Kapazität haben“, berichtet Sicking. Schließlich bieten diese seit Beginn der Corona-Krise ihren Einkaufsdienst an – der Service wurde nun erweitert. Gemeinsam haben die Westfalia-Fußballer Steffen Sicking und Lars Knipper bereits für die Westfleisch-Mitarbeiter eingekauft. „Die Lebensmittel haben wir vor die Tür gestellt, alles läuft ohne Kontakt ab“, verweist Sicking auf die hygienischen Vorschriften. Mehrmals pro Woche haben die Betroffenen weiter die Möglichkeit, Aufträge aufzugeben. Dies geschehe mithilfe einer Notrufnummer. „Wegen sprachlicher Barrieren übersetzt uns ein Nottulner quasi als Mittelsmann die Wünsche aller Personen in der betroffenen Unterkunft“, schildert Sicking seine ersten Erfahrung in der Versorgung der Westfleisch-Mitarbeiter.