Westfalia Osterwick siegt 2015 im Entscheidungsspiel um die Meisterschaft in der Kreisliga A

Allgemeine Zeitung von Leon Eggemann OSTERWICK. Es war alles angerichtet für einen großen Showdown: Nach 32 Spieltagen thronten Westfalia Osterwick und die SG Coesfeld 06 mit jeweils 76 Punkten gemeinsam an der Tabellenspitze der Kreisliga A. Im Entscheidungsspiel ging es vor knapp 2000 Zuschauern am Billerbecker Helker Berg für beide Mannschaften um die Meisterschaft. Bereits zwei Tage zuvor trafen die Rivalen am letzten Spieltag aufeinander: Dort sorgte Dauerbrenner Daniel Richter vor 1200 Schaulustigen mit seinem 1:0-Siegtreffer überhaupt erst dafür, dass die Westfalia im letzten Augenblick mit den Kreisstädtern gleichzog. In einer mehr als dramatischen Partie, inklusive Verlängerung und Elfmeterschießen, hatten erneut die Osterwicker im hellen Schein des Billerbecker Flutlichts das bessere Ende für sich.

„Das war natürlich phänomenal und einzigartig", erinnert sich Tobias Paschert, damaliger Westfalia-Kapitän und mittlerweile Spielertrainer. Ausgerechnet er war es, der den entscheidenden Elfer für die Osterwicker versenkte. „Der Weg von der Mittellinie zum Elferpunkt war ewig lang", muss er schmunzeln. „Dazu waren die Zuschauer vor Spannung absolut still - zuerst etwas komisch, kurze Zeit später war es umso geiler."

„Drei atemberaubende Spiele innerhalb von fünf Tagen bei riesiger Zuschauerkulisse — das bleibt unvergessen.”

Tobias Paschert

Paschert selbst hatte in der regulären Spielzeit bereits nach fünf Minuten seine Mannschaft in Führung gebracht. Spielertrainer Zoui Allali erhöhte dann in der 55. Minute auf 2:0. ,,Nachdem wir bereits am letzten Spieltag gewonnen hatten, war der Druck natürlich auf Coesfelder Seite", erklärt Zoui Allali. „Das war für uns ein entscheidender Faktor." Alles sah nach einer klaren Sache aus - aber Pustekuchen. Denn die SG 06 um Trainer Hüseyin Atalan schlug trotz Ampelkarte für Philipp Jacobs ( 77.) nach Treffern von Dominik Deitert (74.) und Jörg Paas (79.) zurück. 2:2 nach 90 Minuten - die Verlängerung musste her. „In der waren beide Teams sehr vorsichtig und wollten keine Fehler machen", schildert Allali.

Jubel über die zwischenzeitliche Führung: Pascal Leipelt (links) und Niklas Segbers (rechts) stürzen sich auf Torschütze Tobias Paschert.

Dementsprechend ging es in die Elfmeter-Lotterie, bei der besonders ein Spieler zum Helden aufstieg: Westfalia-Torhüter Steffen Warneke. Ab Spielminute 20 für den knieverletzten Jan-Simon Wilmer im Osterwicker Gehäuse, sorgte er für ein Happy End. Mit einer Wahnsinns-Reaktion parierte er den Versuch von SG-Spieler Timo Grabowsky. „Im Elferschießen hat sich für Steffen die geilste Geschichte entwickelt, für ihn habe ich mich wirklich sehr gefreut", lächelt Allali. Als dann Paschert entscheidend versenkte, gab es kein Halten mehr.

Zoui Alali wusste, bei wem er sich nach dem Elfmeterschießen zu bedanken hatte: Torhüter Steffen Warneke

Kicker aus Osterwick ihren Triumphzug mit einem 4:1-Erfolg. Die groß angereiste Fankurve verwandelte die Stadtlohner Arena daraufhin in ein Freudenmeer. „Drei Tage haben wir durchgefeiert, jede Party mitgenommen", lacht Paschert. „Als wir wieder in Osterwick angekommen sind, haben uns so viele Fans empfan-

„Wenn man die Zuschauer zusammenzählt, war fast ganz Osterwick vor Ort."

Zoui Allah

„Wir haben angemessen mit angezogener Handbremse gefeiert", grinst Paschert, wohlwissend, dass bereits auf dem Weg ins Vereinsheim so einige Bierflaschen geköpft wurden. Einen Schritt musste die arg gebeutelte Westfalia-Truppe noch gehen: Schließlich hatte sie sich zwar die Meisterschale erkämpft, das Relegationsspiel um den Bezirksliga-Aufstieg gegen den SC Südlohn musste zwei Tage später aber noch bestritten werden - das dritte Spiel hinnen fünf Tagen. Beim Warmmachen waren die Beine schon schwer, aber beim Anstoß war alles wie weggeblasen", berichtet Paschert. Furios krönten die Kicker aus Osterwick ihren Triumphzug mit einem 4:1-Erfolg. Die groß angereiste Fankurve verwandelte die Stadtlohner Arena daraufhin in ein Freudenmeer. „Drei Tage haben wir durchgefeiert, jede Party mitgenommen", lacht Paschert. „Als wir wieder in Osterwick angekommen sind, haben uns so viele Fans empfangen, dass die Straße kurzzeitig gesperrt wurde." Auch bei Trainer Zoui Allali war die Freude riesig: In seiner letzten Saison als Westfalia-Coach gelang endlich die Rückkehr in die höhere Spielklasse. Ihn zog es zum SV Gescher, mit dem es in der Bezirksliga gleich zu einem Wiedersehen mit seiner alten Truppe kam.

Arm in Arm in der Fankurve: Nur zwei Tage nach dem Entscheidungsspiel gegen SG Coesfeld 06 machten die Osterwicker um Trainer Zoui Allali und Kapitän Tobias Paschert beim Relegationsspiel in Südlohn den Aufstieg perfekt.