Allgemeine Zeitung (fw) Osterwick. Bis das Topspiel wirklich Fahrt aufnahm, dauerte es. Genau gesagt bis zur 68. Minute – erst mit dem Führungstreffer durch Luis Lammers kam Dampf auf den Kessel. Der SuS Olfen glich noch aus, aber mit diesem einen Zähler konnte Jürgen Meier leben, keine Frage. „Ein Punkt beim direkten Verfolger, wir sind immer noch an der Spitze“, stellte der Trainer von Westfalia Osterwick im eisigen Wind fest. „Also haben wir doch ganz viel richtig gemacht.“

Was die Osterwicker vor allem lange Zeit machten, behagte den Gastgebern gar nicht: Sie standen tief, verschoben konzentriert und ließen wenig bis gar nichts zu. „Es wäre doch nicht ratsam gewesen, hier Pressing zu spielen und dem Gegner Räume zu geben“, sah Meier seine Taktik aufgehen. Denn bis auf zwei Schüsse in der Anfangsphase, die sichere Beute von Julian Medding waren, fiel dem SuS nichts ein. Und doch bot sich in der 29. Minute die große Chance zur Führung, denn nach einem Zweikampf von Johannes Sicking mit Marvin Böttcher entschied Schiri Markus Lanfer auf Elfmeter für Olfen. „Vielleicht war es in dem Moment die Summe aus drei kleineren Aktionen“, zuckte Meier mit den Schultern. Immerhin: Der Pfiff blieb ohne Folgen, denn Julian Medding tauchte ab und parierte den Strafstoß von Julian Wilhelm.

Und die Osterwicker? Die taten sich schwer, vorne die langen Bälle zu bunkern und nachzurücken. Als sie sich Sekunden vor der Pause tatsächlich einmal durch die Olfener Hälfte kombinierten, wurde es brandgefährlich: Leon Eggemann passte in die Mitte, wo Florian Richters aus sechs Metern abzug und an einer überragenden Fußabwehr des Olfener Keepers Christian Götz scheiterte.

Nach gefühlten 80 Prozent Ballbesitz für Olfen in Durchgang eins gestaltete sich die Partie nach der Pause offener. „Wir haben umgestellt und das Spiel mehr in die Hand genommen“, sah Meier eine nun gefährlichere Westfalia, die in der 58. Minute in Person von Leon Eggemann die Führung auf dem Fuß hatte – der Youngster zielte aber nach Vorarbeit von Tobias Lanfers aus der Drehung knapp vorbei. Zehn Minuten später klingelte es tatsächlich: Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld startete Florian Richters auf der rechten Seite durch und passte in die Mitte, wo Luis Lammers einen Schritt schneller war als Christian Götz und zum 0:1 vollendete.

Zum Sieg reichte der Treffer in einem nun offenen Schlagabtausch mit vielen Zweikämpfen aber nicht. Felix Schröder setzte sich auf der Torauslinie gegen den heranfliegenden Tobias Paschert durch und legte zurück, wo Joker Benjamin Bork aus sieben Meter unhaltbar ins Eck traf (76.). „Schade, denn das war Olfens einzige klare Torchance in der zweiten Halbzeit“, stellte Jürgen Meier fest, der aber gewiss nicht traurig war. Im Gegenteil: „Wir haben uns diesen Punkt mit einer richtig guten Leistung absolut verdient.“ Und sie sind noch immer Spitze! 

| SuS Olfen – Westfalia Osterwick 1:1; Tore: 0:1 Luis Lammers (68.), 1:1 Benjamin Bork (76.).

Titelkampf bleibt für Olfen spannend

Ruhrnachrichten.de Das Spitzenspiel zwischen Olfen und Osterwick endet mit einem Unentschieden, Cappenberg schlägt Oberaden. So haben die heimischen Teams in der Fußball-Kreisliga gespielt.

Für Taktikfans war es ein hochinteressantes Fußballspiel zwischen dem SuS Olfen und Westfalia Osterwick. Wer aber lieber Spektakel liebt, für den war das 1:1 im Spitzenspiel im Olfener Steversportpark zwischen dem Tabellenzweiten und dem Ersten der Fußball-Kreisliga A2 Ahaus/Coesfeld eher ein vorwinterliches Kräftemessen, das für beide Mannschaften ohne Konsequenzen blieb: Osterwick bleibt Tabellenführer, einen Punkt vor Verfolger Olfen.

Kreisliga A2 Ahaus/Coesfeld

SuS Olfen – Osterwick

1:1 (0:0)

Für die Geschichte des Tages sorgte Benjamin Bork. Der Innenverteidiger kam nach 73 Minuten für den angeschlagenen Christian Brüse. Drei Minuten später stand er goldrichtig. Matthias Potthoff steckte durch auf Stürmer Felix Schröder, der in den Rückraum ablegte. Hier hielt Bork den Fuß hin und glich mit Pfostenunterstützung aus. „Wir können damit leben“, sagte Trainer Michael Krajczy hinterher. Und auch Potthoff wiederholte das wenig später: „Mit dem Punkt müssen wir leben.“

Für Olfen war aber mehr drin. Niklas Mählmann scheiterte nach 23 Minuten, als er einen Ball knapp verpasste. Olfens Anfangsphase war drückend gewesen. Der SuS wirkte besser im Spiel als der tiefer stehende Gast. Doch die Großchancen blieben in der ersten halben Stunde bis auf Mählmanns Ball aus. „Schwierig war, das Level zu finden und nicht aufzumachen“, sagte Krajczy.

Wilhelm verschießt Elfmeter für Olfen

Dann wurde Julian Wilhelm zum Pechvogel. Osterwicks Schlussmann Julian Medding parierte Wilhelms Foulelfmeter. „Der macht die sonst immer. Ausgerechnet heute...“, sagte Olfens Sportlicher Leiter Norbert Sander in der Halbzeitpause. Zuvor hatte der Schiedsrichter ein Foul an Marvin Böttcher gepfiffen, wogegen die Osterwicker massiv protestierten.

Ein Fehlpass von Christian Brüse führte Mitte der zweiten Halbzeit zum Olfener Rückstand, mit dem aber dann ein Ruck durch das Spiel ging. Es wurde endlich ein offensiveres Fußballspiel. „Es war lange ein Abtasten. Na klar, wenn ein Tor fällt, dann geht es zur Sache“, sagte Krajczy. Nur acht Minuten nach dem Rückstand glich Bork aus. Die Partie war danach offen. Olfen und Osterwick hatten Halbchancen, aber keine spielentscheidende mehr.

Olfens Torwart konnte Schlimmeres verhindern

Gesprochen werden muss noch über Christian Götz. Kurz vor der Pause rettete Olfens Schlussmann mit einer Riesenparade das 0:0. Osterwicks Stürmer Florian Richters war schon einschussbereit und Götz in die falsche Ecke unterwegs. Doch sein Fuß verhinderte den Einschlag. Weltklasse!

SuS Olfen: Götz - Maikötter, Potthoff, Brüse (73. Bork), Czempik (38. Frings), Zyla, Wilhelm (64. Brüggemann), Jesussek, Böttcher, Schröder, Mählmann

Tore: Lammers (68.), 1:1 Bork (76.)

Bes. Vork.: Wilhelm verschießt Foulelfmeter (31.)