Kreisliga A: Westfalia Osterwick reist nach Olfen

Allgemeine Zeitung Osterwick (fw). Über die Konstellation freut er sich riesig. „Ein echtes Spitzenspiel, was gibt es Schöneres?“, ist Jürgen Meier mächtig gespannt auf das Duell Zweiter gegen Erster, SuS Olfen gegen Westfalia Osterwick. Morgen treffen die beiden Topfavoriten der Liga aufeinander – mehr Standortbestimmung geht nicht.

Den Gegner kennt Meier nicht, aber natürlich weiß er um die schwarze Serie der Westfalia. „Unsere Mannschaft hat gegen Olfen oft sehr gut gespielt, aber immer verloren“, erzählt der Trainer. „Wir hoffen, dass sich das diesmal ändert.“ Einige Akteure des SuS kennt er, wie etwa Niklas Mählmann oder Matthias Potthoff, die schon höherklassige Erfahrungen bei Viktoria Resse gesammelt haben. Überhaupt seien die Olfener eine Mannschaft, die viele Spiele knapp und oft auch erst in der Schlussphase gewonnen hat – auch eine besondere Qualität.

Zuletzt setzte es für den SuS allerdings eine 0:3-Niederlage beim ASC Schöppingen. Diese Steilvorlage hat die Westfalia angesichts der eigenen 2:3-Niederlage gegen GW Nottuln aber nicht genutzt. „Das hat bei uns keine Spuren hinterlassen“, versichert Meier. „Wir hätten unsere Torchancen besser nutzen müssen, nehmen aber die starke Leistung aus der zweiten Halbzeit mit.“

Nicht mitmischen im Spitzenspiel kann Timo Mevenkamp, der weiterhin über Leistenprobleme klagt. Auch Jan Kröger, der gegen Nottuln nach einem Foul an ihm ausgewechselt werden musste, wird nicht spielen können, ebenso wie Nils Borgert und Ralf Borgert. Trotz dieser personellen Rückschläge freuen sie sich riesig auf das Gipfeltreffen in Olfen. „Wir haben uns ja nicht von vornherein als Topfavorit gesehen“, betont Jürgen Meier. „Aber 30 Punkte aus 13 Spielen sind richtig gut, deshalb haben wir uns dieses Spiel jetzt verdient.“

| Anstoß: Sonntag, 15 Uhr, Sportanlage Olfen (Kunstrasen), Hoddenstraße 4 in Olfen.

SuS Olfen ist einsichtig vor dem Topspiel gegen Osterwick

Ruhrnachrichten von Timo Janisch Das bisher wichtigste Spiel der Saison steht an für den SuS Olfen. Die Stimmung in der Mannschaft ist gut. Von Nervosität herrscht keine Spur.

Allmählich ist die Spielzeit zu weit fortgeschritten, um von einer noch jungen Saison zu sprechen. 13 Spiele sind bereits ins Land gegangen. Die Kreisliga-A-Fußballer des SuS Olfen stehen nach knapp der Hälfte der Saison in der Tabelle gut da. Nur einen Punkt rangieren sie als Tabellenzweiter hinter dem Spitzenreiter Westfalia Osterwick. Nun kommt es am Sonntag zum direkten Duell an der Olfener Hoddenstraße.

„Die Stimmung ist gut“, gibt SuS-Trainer Michael Krajczy Einblicke ins Olfener Team. Auch der spielende Co-Trainer Matthias Potthoff sagt: „Die Stimmung im Team ist bestens. Alle freuen sich auf das Spiel.“ Dass dem so ist, ist nicht selbstverständlich. Schließlich verlor der SuS gegen den ASC Schöppingen zuletzt deutlich mit 0:3.

Schnelle Aufarbeitung

Doch im Lager der Olfener lief die Aufarbeitung der Niederlage zu Wochenbeginn auf Hochtouren. „Die Spieler waren einsichtig und enttäuscht. Schöppingen hat wirklich ein richtig gutes Spiel gemacht. Wir haben klar verloren“, sagt Krajczy. Potthoff sagt: „Sowas passiert in einer Mannschaft mit vielen jungen Spielern.“ Das Negativerlebnis ist abgehakt.

Nun also Osterwick. Gewinnt der SuS, steht er vor dem aktuellen Tabellenführer. Verändert das die Routine der Grün-Weißen in der Woche vor dem Aufeinandertreffen? „Es ist alles wie immer“, sagt Krajczy. Der SuS habe Osterwick schon beobachtet, ein paar Dinge seien dabei aufgefallen. Vor allem agiere Osterwick wohl sehr variabel zwischen einer offensiven und defensiven Ausrichtung. „Sie sind da kreativ“, so Krajczy.

Nicht ausrechenbarer Spitzenreiter

In Olfen gastiert also ein Tabellenführer, der nicht auszurechnen ist. Wird die Olfener Elf da nervös? „Nervosität ist total fehl am Platz im Sport. Eine Anspannung ist natürlich vorhanden, vermutlich bei dem einen oder anderen mehr als vor anderen Spielen. Aber ohne Spaß und Lockerheit kann man nicht erfolgreich Fußball spielen“, sagt Potthoff. Genau das sei es, was das Trainerteam schon in der ganzen Saison vermittele. Da passt es, dass Krajczy die Bedeutung der Partie nicht überbewertet. „Es ist keine Vorentscheidung“, macht er deutlich.

Alleine der vergangene Spieltag habe gezeigt, dass im Meisterschaftskampf vieles möglich sei – auch wenn das Spitzenduo schon sieben beziehungsweise acht Punkte Vorsprung vor dem Tabellendritten Coesfeld hat. „Die letzten Wochen zeigen immer wieder, dass jede Mannschaft stolpert, sodass die Saison ergebnisunabhängig nicht nach dem Spiel gegen Osterwick vorbei ist“, so Co-Trainer und Innenverteidiger Potthoff. Da verlor nämlich Osterwick gegen Grün-Weiß Nottuln II, derzeitiger 13.

Krajczy appelliert an sein Team, das Spiel ein Stück weit zu genießen: „Das sind Spiele, dafür spielt man Fußball. Die will man haben, die muss man mitnehmen.“ Doch bei all den zurückhaltenden Aussagen, gibt es da nicht trotzdem einen Favoriten am Sonntag? „Ich glaube nicht. Vieles hängt von der Tagesform ab“, hält sich Krajczy zunächst bedeckt. Ein paar Sätze später legt er dann etwas selbstbewusster nach: „Vielleicht sagt man, wenn man zuhause spielt, ist man schon leichter Favorit."