Umbau der Sportplätze in Darfeld und Osterwick kann 2007 beginnen / Nur Grüne stimmen dagegen

Westline/Allgemeine Zeitung 29.09.06 Osterwick -fw- Als das Projekt gestern Abend mit großer Mehrheit in trockenen Tüchern war, zeigten sich die beiden Vereinsvorsitzenden deutlich erleichtert. "Es ist die richtige Entscheidung für die Zukunft, auch im Interesse der Gemeinde", betonte Herbert Kortüm (Turo), und Dieter Wilger stellte fest: "Das ist einfach unverzichtbar." Als Meilenstein in der Vereinsentwicklung sehen sie das an, was der Gemeinderat am Abend gegen die beiden Stimmen der Grünen beschloss: In Darfeld und Osterwick werden die Ascheplätze im nächsten Jahr in Kunstrasenplätze umgebaut.


Vorangegangen war wie schon in den Ausschüssen zuvor eine Debatte über die Art der Finanzierung. Denn Martin Branse, der die Vorteile eines Kunstrasens gar nicht in Abrede stellen wollte, hatte noch einmal dafür plädiert, die Sportvereine nicht in Darlehen zu "zwängen", sondern sie mit einem festen Kostenbeitra zu beteiligen. "Die Gemeine sollte die Plätze als Bauherr alleine finanzieren", schlug der SPD-Fraktionschef vor. Die Sportvereine sollten dann einen Anteil von 30 Prozent übernehmen.

"Das hat keine Vorteile, ganz im Gegenteil", betonte Martin Schröer (CDU), der befürchtete, dass den Sportvereinen damit nur ein großes Stück Flexibilität und die Möglichkeit, bei Angeboten zu verhandeln, genommen werde. Ralf Steindorf (CDU) sah es gar als große Wertschätzung für das ehrenamtliche Engagement der beiden Vereine an, wenn ihnen zugetraut werde, den Eigenanteil von rund 30 Prozent mit Eigenleistungen und Darlehen zu stemmen. Auch Michael Neumann betonte für die WIR, dass dieses Finanzierungsmodell in Ordnung sei: "Die Sportvereine müssen nun eine Bauherren-Gemeinschaft bilden, damit sie optimal verhandeln können." Fachbereichsleiter Erich Gottheil bestätigte zudem auf Anfrage von Christa Haßler (CDU), dass unter mehreren mit den Sportvereinen diskutierten Modellen diese Form vollen Konsens erzielt habe: "Die Vereine möchten frei sein in der Gestaltung der Rückzahlung und keinen festen Kostenblock im Jahr haben."

Gänzlich gegen die Maßnahme sprach sich Winfried Weber (Grüne) aus. Über eine derartige Neuverschuldung für einen Teil der Bevölkerung sei er erschüttert. "Wir können uns das nicht leisten", betonte er. Wenn wegen der Schulden auf Dauer alle Abgaben erhöht werden müssten, wolle auch keiner mehr in Rosendahl leben. "Wir fahren die Gemeinde mit diesem Luxusobjekt vor die Wand", so Weber. Bürgermeister Franz-Josef Niehues verteidigte hingegen die Investition vehement: "Natürlich fällt es. mir auch nicht leicht, Schulden zu machen, aber das Nichtstun ist keine Alternative." In wirtschaftlicher Hinsicht sei der Kunstrasen ein Zukunftsmodell. "Vernünftige Sportanlagen sind das Minimum, das wir den Jugendlichen bieten müssen." Sportanlagen, für die Turo und Westfalia nun in die Hände spucken wollen. "Wir haben schon oft bewiesen, dass wir viel schaffen können", betonte Dieter Wilger und gab das Startsignal: "Jetzt machen wir das, was wir am besten können - anpacken!"

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Jubel bei den D 1-Junioren der Westfalia: Nach dem Beschluss des Gemeinderates gestern Abend gehört die unbefriedigende Situation mit den Ascheplätzen in Darfeld und, Osterwick bald der Vergangenheit an.
Foto: Allgemeine Zeitung -fw- 

 

Baubeginn möglichst schon im Frühjahr

Westline/Allgemeine Zeitung 30.09.06 Osterwick -fw- Möglichst im kommenden Frühjahr soll mit dem Bau der beiden Kunstrasenplätze in Osterwick und Darfeld begonnen werden. Der Zeitplan ist noch nicht geklärt, betonte Erich Gottheil, Leiter des Fachbereiches Zentrale Dienste und Immobilienmanagement in der Gemeindeverwaltung gestern auf Anfrage. Aber wünschenswert wäre es natürlich, wenn die Arbeiten bis zum Beginn der neuen Saison im August 2007 abgeschlossen sind.

Fakt sei: Bereits in Kürze sollen Gespräche mit dem Architekturbüro Brinkmann & Deppen sowie den Sportvereinen über die weitere Vorgehensweise geführt werden. Zunächst muss jetzt die Ausführungsplanung erstellt werden, so Gottheil. Dann können wir uns an die Ausschreibung machen. Die solle möglichst bis Jahresende auf den Weg gebracht werden. Gleichzeitig werde mit den Vereinen am Grundlagen- und Durchführungsvertrag weitergearbeitet.