Wie Sportvereine mit der aktuellen Situation umgehen

Allgemeine Zeitung von Leon Seyock Rosendahl. Not macht erfinderisch. Schon seit Beginn der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Stilllegung des aktiven Vereinssports ist auch für die Sportler in Rosendahl Kreativität gefragt. „Die Präsenz fällt nach wie vor flach, wir halten aber Kontakt zu unseren Mitgliedern mit Online-Angeboten“, berichtet Christian Flenker, Vorsitzender des Sportvereins Schwarz Weiß Holtwick, auf AZ-Nachfrage. Auch die Westfalia Osterwick und Turo Darfeld setzen weiterhin auf dieses Kommunikationsmittel, um seinen Mitgliedern ein wenig Abwechslung und das zu bieten, was in diesen Zeiten eben möglich ist. 

- Turo Darfeld: „Im Moment ist es bei uns im Verein sehr ruhig“, berichtet Herbert Kortüm, Vorsitzender von Turo Darfeld. Der Vorstand treffe sich zwar regelmäßig per Internet für Besprechungen auf Distanz, „zu unseren Mitglieder haben wir aber leider wenig Kontakt.“ Es liege im eigenen Ermessen der Übungsleiter, ob und in welcher Form sie weiterhin ihre Kurse durchführen. „Einige Leiter sind da sehr motiviert und kreativ, und das unterstützen wir natürlich“, so Kortüm. Falls dahingehend Kosten entstehen würden, beispielsweise durch die Nutzung von Online-Plattformen, „sind wir gerne bereit, die Gelder dafür zu zahlen“, betont der Vorsitzende des Sportvereins, der rund 1000 Mitglieder zählt.

Kortüm persönlich hofft darauf, dass Lockerungen im Sportbereich im Laufe des nächsten Monats möglich sind, betont aber auch, dass der Sport „ganz hinten“ anstehen würde und der Fokus zunächst auf „wichtigere Dinge wie die Öffnung von Schule und Kita“ gelegt werden müsse. „So lange verharren wir der Dinge“, meint Kortüm.
Die Mitgliedsbeiträge würden weiterlaufen, „aber zusätzliche Kosten, etwa für die Nutzung der Lehrschwimmhalle, erheben wir natürlich nicht“, so Kortüm. Er ist froh darüber, dass bisher noch niemand seine Beträge zurückgefordert hätte, „das zeigt die Unterstützung für unseren Verein“. 2022 stehe das 100-jährige Jubiläum des Vereins ins Haus, „auch wenn wir die Planungen dafür etwas heruntergefahren haben, bleibt die Hoffnung, das Fest stattfinden lassen zu können“, ist Kortüm optimistisch.

- Schwarz Weiß Holtwick: Ein Zirkeltraining mit neun Stationen und mehreren Aufgaben quer durch Holtwick hätten zwei Mitglieder des Sportvereins erstellt. „Das kann jeder nach Lust und Laune absolvieren“, berichtet Vereinsvorsitzender Christian Flenker. Mit diesem sowie mit zahlreichen Online-Angeboten, die Übungsleiter und Trainer durchführen würden, hält Schwarz Weiß Holtwick seine Mitglieder auf Trab. „Wir sind wirklich sehr bemüht“, betont Flenker. „Wir möchten unsere Mitglieder motivieren und zeigen, dass wir als Verein trotz Lockdown da sind.“
Die Sportler wüssten und hätten Verständnis dafür, dass der rund 1400 Mitglieder starke Verein aktiv aktuell nichts anbieten könne. „Die Stimmung nehmen wir nichtsdestotrotz als gut wahr“, so Flenker.
Auch bei Schwarz Weiß würden die Beiträge weiter abgebucht, „aber dadurch, dass der Verein ehrenamtlich geführt wird, scheint die Solidarität größer zu sein als vielleicht bei anderen Institutionen“, vermutet Flenker. „Zudem kommunizieren wir offen, dass es im Moment mangelnde Einnahmequellen für den Verein gibt.“

- Westfalia Osterwick: In Video-Konferenzen würde sich der Vorstand von Westfalia Osterwick regelmäßig mit den Abteilungsleitern austauschen. „So bleiben wir untereinander in Kontakt und wissen, was in den einzelnen Abteilungen läuft“, sagt Vereinsvorsitzender Dieter Wilger. Die aktuelle Zeit ohne laufenden Trainings- und Sportbetrieb werde im Westfalia-Stadion für verschiedene Maßnahmen genutzt, so würden etwa die Vorbereitungsmaßnahmen zum Bau der Jugendarena stattfinden. In der vergangenen Woche seien zudem einige Sitzbänke, die von der Freilichtbühne in Coesfeld stammen, unter dem Abdach installiert worden. „Wir können jetzt Dinge erledigen, zu denen wir sonst nicht kommen“, kann Wilger der Situation auch etwas Gutes abgewinnen. Generell würden auch die 1400 Vereinsmitglieder der Westfalia Solidarität zeigen: „Zuerst hatte ich die Befürchtungen, dass wir reihenweise Austritte verzeichnen.“ Das sei aber nicht der Fall. „Wir sind froh und dankbar für die Unterstützung unserer Mitglieder“, so Wilger.